Achtung: ,Kanalhaie‘ in Frankfurt!

(ffm) In den letzten Wochen wurde mehrfach an die Stadtentwässerung Frankfurt am Main (SEF) herangetragen, dass versucht worden sei, Bürgerinnen und Bürger überteuerte oder gar unnötige Sanierungsarbeiten an Abwasserkanälen zu verkaufen.

Deshalb warnt die SEF vor Firmen – den sogenannten Kanalhaien – die Grundstückseigentümern die Untersuchung ihrer Entwässerungsleitungen mit Verweis auf die gesetzlichen Regelungen in Form von Haustürgeschäften oder wahllosen Anrufen anbieten. Kanalhaie täuschen große Schäden an der Abwasserleitung vor und behaupten, diese müsse dringend saniert werden. Ihr Ziel: Ein schneller Sanierungsauftrag, für den eine viel zu hohe Rechnung gestellt wird.

Die gesetzlichen Regelungen sehen schon seit 2005 vor, dass Betreiber öffentlicher Abwasseranlagen den ordnungsgemäßen Bau und Betrieb der Zuleitungskanäle von privaten Grundstücken in den öffentlichen Kanal überwachen. In Frankfurt übernimmt das die Stadtentwässerung. Getreu dem Motto „Wir schau’n mal bei Ihnen rein“ untersucht die SEF nach einem festgelegten Ablaufplan die Zuleitungskanäle aller Grundstücke im gesamten Stadtgebiet des öffentlichen Kanalnetzes. Die Kosten dafür sind in der Abwassergebühr berücksichtigt. Eine gesonderte Rechnung gibt es dafür nicht.

Weitere Informationen dazu finden sich auf Website der SEF unter „Service > Grundstücksentwässerung > Untersuchung der Zuleitungskanäle“ oder direkt unter https://www.stadtentwaesserung-frankfurt.de/service/entwaesserung/untersuchung-der-zuleitungskanaele.html im Internet.

‚Immer noch eins der schlagkräftigsten Boote seiner Art‘

Das Frankfurter Feuerlöschboot wird 50

(ffm) Im September 1970 nahm das Feuerlöschboot – kurz FLB genannt – in Frankfurt am Main seinen Dienst auf. Viele dürften das rot-weiße Schiff mit seinen imposanten Wasserfontänen vor allem von Veranstaltungen kennen. Dabei spielte das FLB im vergangenen halben Jahrhundert bei etlichen Einsätzen eine entscheidende Rolle und hat bis heute eine wichtige Funktion. Weil sich die Stadt verändert und weil es immer schwerer wird, Ersatzteile zu finden, denkt man im Jahr des Jubiläums auch über die Zukunft des Oldtimers nach.

Um kurz nach sieben an einem Julimorgen in diesem Sommer an der Niederräder Anlegestelle legt die Besatzung routiniert Rettungswesten und letzte Handgriffe an. Sie machen sich und das Frankfurter Feuerlöschboot fertig zur Ausbildungsfahrt „bergauf“, bis Seligenstadt. Mit tiefem Grollen erwachen die beiden Hauptmaschinen, zwei Leinen werden noch gelöst und dann wird das rund 30 Meter lange, sechseinhalb Meter breite und schon unzählige Mal rot-weiß gestrichene Boot mit seinen beeindruckenden Wasserkanonen behutsam vom Steg gesteuert.

„FLB 41/77-1 zur Streckenkunde unterwegs, flussaufwärts“, gibt Dennis Windgass, der junge Oberbrandmeister, vom Steuerstand aus per Funk an die Leitstelle der Feuerwehr durch: „Damit die Kollegen für den Alarmfall wissen, dass das Boot unterwegs ist.“ Das Doppelschraubenschiff mit rund 1400 PS arbeitet sich in den nächsten Stunden Mainkilometer für Mainkilometer und Staustufe für Staustufe den Fluss hoch. Wer gerade nicht als Steuermann – unterstützt von Radar, Flusskarte und Ausbilder – durch die Fahrrinne lenkt, ist an Deck und prägt sich Streckenabschnitte, Häfen, Industrieanlagen ein und hilft als Decksmann beim Schleusen.

Das Einsatzgebiet des Feuerlöschboots erstreckt sich jenseits des Stadtgebiets bis Ginsheim-Gustavsburg an der Rheinmündung, in die andere Richtung ging es bis vor kurzem bis zur bayrischen Landesgrenze. Seit zwei Jahren hat Hanau ein etwas kleineres Hilfeleistungs-Löschboot (HLB). Wenn das gewartet wird oder Unterstützung braucht, ist die Schwester aus Frankfurter immer wieder gefragt. „Die Einsätze sind nicht sehr häufig, aber wenn es darauf ankommt, ist das FLB unersetzlich“, erklärt Windgass. Der 31-jährige Feuerlöschbootmaschinist gehört seit fünf Jahren zur Springer-FLB-Besatzung. Das Boot wird von den Dienstgruppen der Wache 41 in Niederrad in Springerfunktion erst ab dem Moment besetzt, in dem es alarmiert wird.

Vielfältiges Fähigkeitsspektrum

„Neben der Hauptaufgabe der Brandbekämpfung kann das Boot havarierte Schiffe freischleppen, Passagiere und Besatzungen in Sicherheit bringen. Es ist da, wenn Öl aus Tankschiffen ausläuft. Vor einigen Jahren haben wir als Eisbrecher festgefrorenen Polizeibooten im Osthafen geholfen“, beschreibt Windgass das Einsatzspektrum. „Auf unserem Main-Abschnittt haben wir reichlich Industrie, große Öllager. Wenn man sich ansieht, wieviel Gefahrgut per Schiff unterwegs ist, ist ein solches Boot sehr wichtig. Auch im Hinblick auf die steigende Zahl der Fahrgastschiffe auf dem Main stellt das FLB ein wichtiges Rettungsmittel dar.“ Die Löschboot-Besatzung hilft auch, Menschen aus dem Wasser zu retten oder zu bergen. Das FLB wird außerdem häufiger zur Unterstützung bei Großbränden gerufen, um Löschwasser aus dem Main bereitzustellen – wie zuletzt, als das Restaurant „Blaues Wasser“ am Mainufer nahe der Offenbacher Schleuse ausbrannte.

Angeschafft wurde das Feuerlöschboot 1970 nach einigen fatalen Unfällen und Beinahe-Katastrophen in der deutschen Binnenschifffahrt für seinerzeit 1,3 Millionen D-Mark. Die weitsichtige Entscheidung erwies sich schnell als richtig: Kein halbes Jahr später half das Boot bei einem verheerenden Großbrand im Linde-Kältetechnikwerk in Mainz-Kostheim. Wenige Monate später explodierte erst in Raunheim und dann im Offenbacher Hafen jeweils ein Tankschiff, das Löschboot kam mit seinen Schaum-Kanonen zur Hilfe. Auch der Brand der Oper Frankfurt 1987 ist ein trauriger Meilenstein in der Geschichte des Löschboots. Es stellte hier die Löschwasserversorgung sicher, genauso nach dem Zusammenstoß von zwei Güterzügen im Südbahnhof 1997.

Im Laufe der Zeit wurde es Stück für Stück modernisiert. Der alte Fahrstand mit hölzernem Steuerrad wich einer ergonomischen Lösung. Der Schiffsführer hat den Radarschirm seither im Blick und kann die beiden Hauptmaschinen und die vier Flächenruder per Drehhebel bedienen. Die großen Schaum- und Wasser-Werfer an Deck sind einfacher und sicherer zu handhaben und bieten mehr Schaumarten und Sprühstärken. Suchscheinwerfer kamen hinzu und ein hydraulischer Vier-Tonnen-Teleskopkran am Heck, mit dem das FLB gesunkene Autos oder Sportboote aus dem Main bergen kann.

Das Feuerlöschboot ist heute trotz allem eine alte Dame. Die Instandhaltung ist teuer, Ersatzteile sind schwer zu kriegen. Kleine Reparaturen und Wartungsarbeiten erledigen Windgass und seine Kollegen selbst, wenn sie nicht im Löschfahrzeug, Rettungswagen oder auf dem Wasser im Einsatz sind. „Es ist eigentlich immer irgendetwas zu tun, aber ich mache das gerne“, erzählt Windgass. „Als Kind hatte es mir das kleine Feuerlöschboot in der Freiwilligen Feuerwehr Flörsheim am Main schon angetan.“ Vor der Feuerwehrausbildung hat er als Kfz-Technikermeister in einer Oldtimer-Kfz-Werkstatt gearbeitet. „Da passt es gut, dass ich jetzt hier mit für das Frankfurter Feuerlöschboot verantwortlich bin“, sagt er und grinst.

Vor der Mühlheimer Staustufe erklingt über den Bordfunk eine Bitte des Schleusenpersonals: „Es gibt seit zwei Tagen eine vermisste Person laut Polizei. Kann die Besatzung bitte im Wasser unmittelbar vor und nach der Schleuse die Augen aufhalten. Nur zur Sicherheit. Danke.“ Windgass steuert die Schleusenkammer extrem langsam an. Ein Schiff kann, anders als ein Landfahrzeug, nicht einfach so bremsen, – schon gar nicht, wenn es 150 Tonnen wiegt.

„Das kommt schon häufiger vor“, sagt er zum Hilfeersuchen. Er meldet der Schleuse später „negativ“. Schleusen dauert. Tor auf, rein, Tor zu, Wasser rein, Tor auf, raus – das sind mindestens 20 Minuten. Aber nur ohne Stau oder Gegenverkehr. Wenn das FLB zum Einsatz muss, hat es wie die Feuerwehrfahrzeuge auf der Straße allerdings Vorfahrt.

Auf dem Rückweg Richtung Frankfurt übt die Mannschaft mit dem Rettungsbeiboot und den Umgang mit den verschiedenen Wasserwerfern. Bis zu 18.000 Liter Wasser pro Minute können 90 bis 120 Meter weit geworfen werden. Zum Vergleich: Aus einem gängigen Schlauch eines Löschfahrzeuges kommen in der Regel 400 Liter in der Minute. Die Schaumwerfer bleiben heute unberührt, aber im Bedarfsfall – etwa beim Brand auf einem Tankschiff – leisten sie Beachtliches: Umgerechnet könnten sie ein Fußballfeld etwa sieben Meter hoch mit Schaum bedecken.

Die Frankfurter Skyline kommt wieder in Sicht. Im Stadtgebiet heißt es, Geschwindigkeit maximal drosseln. Die Welle, die das Feuerlöschboot macht, kann Ruderbooten und Standup-Paddlern unangenehm werden. Am späten Nachmittag legen Boot und Mannschaft wieder in Niederrad an. Dort liegt auch das Rettungsschnellboot der Feuerwehr Frankfurt. Es wird wegen seiner hohen Geschwindigkeit und Wendigkeit häufiger als das Löschboot, zur Menschenrettung eingesetzt und ist ständig mit zwei Feuerwehrkollegen und im Bedarfsfall mit einem zusätzlichen Rettungsschwimmer besetzt. Alles gehört zur Wache 41 auf der anderen Seite der Straße Am Niederräder Ufer.

Einsatzende offen

Neben einer bestimmten Zahl an Einsatzkräften und Fahrzeugen haben die meisten der zwölf Standorte der Berufsfeuerwehr ihre Spezialgebiete. Anderswo sitzen etwa die Höhenrettung oder der Sonderdienst Umwelt und Sicherheit. Hier ist es die Wasserrettung in Zusammenarbeit mit den Tauchern der Wache 40 im Ostend. Thomas Schmitt, der Wachleiter in Niederrad, sitzt in seinem Büro mit Dieter Ebert, einem der ersten Schiffsführer des Löschbootes vor 50 Jahren. Sie sehen sich Fotoalben mit alten Aufnahmen an. Der Pensionär erzählt von den Einsätzen in seinen 33 Jahren auf dem Schiff als wäre es gestern und ist stolz, dass es immer noch in Betrieb ist: „Es ist halt auch nach so vielen Jahren immer noch eines der schlagkräftigsten Boote seiner Art.“

Der Wachleiter nickt. In der feuerwehreigenen Weitsicht macht sich Thomas Schmitt im Moment aber auch Gedanken über die Zukunft: „Wir erstellen gerade eine neue und umfassende Bedarfsanalyse. Welche Gefahrenszenarien gibt es heute? Und passt das FLB dazu oder brauchen wir andere Lösungen? Was verändert sich durch ufernahes Bauen von Wohnungen? Durch mehr Passagierschifffahrt?“ Welcher Bedarf sich aus der Analyse ergibt, und was das für das rot-weiße Löschboot bedeutet, ist längst nicht spruchreif. Windgass und seine Kollegen haben das Boot festgemacht und beenden ihren Ausbildungsdienst. Eine ganze Weile lang wird das Feuerlöschboot zweifellos noch weiter instandgehalten und die Stadt und seinen Flussabschnitt vom Main aus zuverlässig beschützen.

Erneut auf Jungfernfahrt

Am Donnerstag, 3. September, wird das Feuerlöschboot seine historische Jungfernfahrt „wiederholen“: Zwischen 14 und 14.30 Uhr wird das FLB zum Eisernen Steg fahren, genau 50 Jahre nach der ersten Fahrt des Bootes. Das Boot präsentiert dort vor der Skyline auch seine berühmten Wasserfontänen präsentieren.

An der Niederräder Bootsanlegestelle in Niederrad werden temporär einige Infotafeln mit historischen Fotos und Texten zum Feuerlöschboot angebracht. So können sich interessierte Mainufer-Passanten über das Schiff und seine Geschichte informieren.

Eine detaillierte Übersicht der technischen Merkmale findet sich in dem als PDF beigefügten Datenblatt.

Text: Anne Walkembach
Fotos: Feuerwehr Frankfurt

Premiere: Die Frankfurter Familienmesse geht online!

(ffm) Am Sonntag, 23. August, öffnet die Frankfurter Familienmesse zum ersten Mal in ihrer 15-jährigen Geschichte ihre Türen virtuell: Unter http://www.frankfurter-familienmesse.de präsentieren die Ausstellenden ihre spannenden und vielfältigen Angebote für Frankfurter Familien.

Seit mittlerweile 15 Jahren veranstaltet das Frankfurter Bündnis für Familien die Familienmesse, auf der Frankfurter Bürger viele Angebote rund um kleine und große Familienmitglieder kennenlernen können. In diesem Jahr kann die Veranstaltung nicht wie geplant im Gesellschaftshaus des Palmengartens stattfinden. Stattdessen gibt es die Messe in diesem Jahr digital.

Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung, freut sich über das neue Format: „Die Frankfurter Familienmesse hat inzwischen eine sehr lange Tradition. In diesem besonderen Jahr ist es allen Beteiligten gelungen, die beliebte Veranstaltung in eine digitale Form zu gießen. ‚Wir öffnen Türen für Familien‘, das Motto des Frankfurter Bündnisses, ist und bleibt Programm.“

In enger Zusammenarbeit zwischen den Ausstellenden und dem Projektteam konnte eine bunte und informative Website aufgebaut und mit einem breiten Spektrum an Angeboten gefüllt werden. Hier finden Familien auch in Zeiten von Corona alles, was zum Familienleben gehört: Informationen zu Betreuung, Bildung, Gesundheit, Alter und Pflege sowie Sport, Wohnen, Kultur und vieles mehr.

Auf dem digitalen Messerundgang können Aussteller besucht, Kontakt aufgenommen und neue Angebote entdeckt werden. Unter den Angeboten der über 50 Institutionen, Museen, Vereine, Initiativen und Verbände findet jeder das richtige für persönliche Fragestellungen, spezifische Situationen oder den eigenen Lebens- und Familienentwurf.

„Frankfurt hat unheimlich viel zu bieten,“ sagt Dezernentin Weber. „Jetzt haben wir erstmals eine Übersicht sehr vieler Angebote für Familien an einem Ort. Das Projektteam und die Ausstellenden haben hier etwas sehr Wertvolles geschaffen.“

Unterstützt wird die Familienmesse von: Familienmagazin Kuckuck!, Mainkind – Frankfurter Magazin für Familien, Journal Frankfurt, Veranstaltungsmagazin für Familien kidsgo und dem Frankfurter Wochenblatt.

Lernraum mit Wohnzimmer und Zugang zum Garten

Baudezernent Schneider besucht Neubau der Henri-Dunant-Schule

(ffm) Mehrere Frankfurter Schulen werden im neuen Schuljahr unter deutlich verbesserten Bedingungen arbeiten: Zum Ende der Sommerferien hat das Amt für Bau und Immobilien Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen und Erweiterungen fertiggestellt.

Einen Neubau hat die Henri-Dunant-Schule in Sossenheim bezogen. „Hier ist ein modernes Gebäude entstanden, das zeitgemäßen Unterricht ermöglicht und eine enorme Aufwertung der Schullandschaft im Frankfurter Westen darstellt“, sagte Baudezernent Jan Schneider bei einem Ortstermin. „Die Schule ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Stadt Frankfurt am Main im Bildungsbereich ganz erheblich investiert. Das Amt für Bau und Immobilien hat ein gewaltiges Volumen zu stemmen und sorgt dafür, dass nicht nur die dringend benötigten zusätzlichen Kapazitäten geschaffen werden, sondern auch der Sanierungsstau bei bestehenden Gebäuden abgebaut wird.“


Für die neue Henri-Dunant-Schule wurde das alte Gebäude der Grundschule abgerissen. An dessen Stelle wurde seit März 2018 unter der Leitung des Amtes für Bau und Immobilien ein vom Architekturbüro Ackermann + Raff entworfener Neubau errichtet, der dem Leitbild „Schule als Lebensraum“ folgt. Neben den Räumen für den Schulbetrieb entstanden Aufenthaltsmöglichkeiten für Freizeit und Lernen außerhalb des Unterrichts. So ermöglichen zum Beispiel bodentiefe Fenstertüren den direkten Zugang zum Garten. Die Räume einer Jahrgangsstufe sind jeweils zu einem Cluster zusammengefasst. In dessen Zentrum steht ein „Wohnzimmer“, das zur Erschließung und für die Gruppenarbeit genutzt werden kann. Damit wird es möglich, in dem neuen Gebäude moderne pädagogische Ansätze umzusetzen.

Das äußere Erscheinungsbild wird unter anderem von einer Klinkerfassade geprägt. Während der Bauzeit war die Schule in einem Übergangsquartier untergebracht, das sie in den Sommerferien räumen konnte. Die Außenanlagen werden bis Oktober fertiggestellt. Insgesamt kostete der Neubau rund 22,3 Millionen Euro.


Die Henri-Dunant-Schule ist Teil eines großen Investitionsprogramms, mit dem die Stadt Frankfurt die Schullandschaft modernisiert und erweitert. Allein im vergangenen Jahr wurden dafür rund 160 Millionen Euro aufgewendet. „Seit 2016 wurden die Investitionen im Bildungsbereich vervierfacht“, sagte Schneider. „In diesem Jahr ist geplant, die Summe noch einmal zu steigern. Ich bin froh, dass die Baustellen auch in Corona-Zeiten weiterlaufen können.“

Neben der Henri-Dunant-Schule wurden zu Beginn des neuen Schuljahrs auch die sanierte und erweiterte Franckeschule in Bockenheim (10,5 Millionen Euro) sowie die ebenfalls sanierte und um ein innovatives Dachgeschoss ergänzte Klingerschule im Nordend (21,1 Millionen Euro) in Betrieb genommen. Erweiterungen durch Modulanlagen erhielten die Liebfrauenschule, die Friedrich-Fröbel-Schule, die Martin-Buber-Schule und die Grundschule im Europaviertel. Zu den kommenden Herbstferien wird die Sanierung und Erweiterung der Merianschule im Nordend abgeschlossen.

Dunantring: Schulweg pünktlich zum Schulstart frei

(ffm) Seit März dieses Jahres baut das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) den Knotenpunkt Kurmainzer Straße/Dunantring/Sossenheimer Weg in einen Kreisverkehr um. Die ampelgeregelte Kreuzung sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Stau. Deshalb wird sie nun durch einen leistungsfähigeren Kreisel ersetzt.

Das Projekt ist dabei nicht nur auf die Kreuzung begrenzt, auch Flächen im direkten Umfeld werden umgebaut. Versorgungsunternehmen nutzen die Gelegenheit und verlegen neue Leitungen sowie Leerrohre für Kabelverlegungen. So auch unter den Gehwegen im südlichen Teil des Dunantrings. Diese sind zum Teil auch Schulwege und deshalb normalerweise stark frequentiert. Als im Zuge der Corona-Pandemie die Schulen geschlossen wurden und in der Folge keine Schülerinnen und Schüler mehr unterwegs waren, zögerten Amt und Baufirma nicht lange: Sie zogen die Arbeiten an den Gehwegen, die nach dem Bauphasenplan erst später an der Reihe gewesen wären, vor.

Pünktlich zum geplanten Schulbeginn nach den Sommerferien, am 17. August, haben sie diese nun fertiggestellt. Das freut nicht nur Eltern und Schüler, sondern auch Verkehrsdezernent Klaus Oesterling, der sagt: „Ich freue mich, dass die am Bau Beteiligten so schnell und flexibel reagiert haben, damit der Umbau der Gehwege nun nicht mit dem Schulbetrieb kollidieren muss.“ Die Leiterin des ASE, Michaela Kraft, zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden: „Der Umbau ist ein komplexes Bauvorhaben mit vielen Gewerken und dementsprechend vielen Projektbeteiligten. Dass das Vorziehen der Arbeiten geklappt hat, zeigt, dass alle an einem Strang ziehen.“

Dazu bleibt auch in Zukunft noch ausreichend Gelegenheit, beträgt die verbleibende Bauzeit des rund 2,2 Millionen Euro teuren Projektes doch noch gut 20 Monate.

Die nächstgrößere Bauphase ist der Umbau des Gehweges und der Fahrbahn auf der Südseite der Kurmainzer Straße im Umfeld der Kreuzung. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im September beginnen.

Feuerwehr filmt Verkehrssituation bei Einsatzfahrten

(ffm) Im Rahmen einer regelhaften Überprüfung der eigenen Einsatzleistung dokumentiert die Feuerwehr Frankfurt in den kommenden Wochen stichprobenhaft die Anfahrt zum Einsatzort per Video. Die Aufnahmen unterliegen dem Datenschutz und werden nur für diesen Zweck verwendet.

Die Hilfsfrist ist das wichtigste Planungs- und Qualitätsmerkmal für die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst. Gemeint ist damit die Zeit bis diese am Einsatzort sein müssen: Genau fünf Minuten Fahrzeit wurde für das Stadtgebiet Frankfurt per Magistratsbeschluss festgeschrieben. Wie lange die Einsatzkräfte tatsächlich brauchen, wird bei jeder der täglich mehr als 300 Alarmierungen genau erfasst, die Entwicklung ständig beobachtet.

Mit Blick auf die Hilfsfrist überprüft und optimiert die Feuerwehr Frankfurt regelmäßig interne Abläufe, Einsatzplanung und Navigationstechnik. Ein nicht unwesentlicher externer Faktor ist die Verkehrssituation in der Stadt. Welchen Einfluss haben zunehmende Verkehrsdichte und engere Verkehrsräume in Frankfurt darauf, ob die Hilfsfrist eingehalten werden kann? Um davon ein Bild zu bekommen, filmt die Branddirektion für die kommenden acht Wochen stichprobenhaft bei Einsatzfahrten.

In sechs Einsatzfahrzeugen werden dafür temporär kleine Action-Camcorder angebracht, die die jeweilige Einsatzfahrt filmen. Die Kameras werden bei Verlassen der Feuerwache aktiviert und an der Einsatzstelle abgeschaltet. Außerhalb von Alarmfahrten dürfen zudem kurze Sequenzen von besonderen Engstellen im Stadtgebiet dokumentiert werden. Die Aufnahmen aus den Fahrzeugen unterliegen dabei dem Datenschutz und dürfen nur für den beschriebenen Zweck verwendet werden.

Ein strenges Datenschutzkonzept sieht unter anderem vor, dass die Aufnahmen auf einem geschützten Serverbereich gespeichert werden, ein minimaler Benutzerkreis Zugriff hat und für die Auswertung nicht relevante Bild- und Toninformationen entfernt werden. Nach Beendigung des Projektes werden die Videodateien gelöscht. Zudem wird an den jeweiligen Fahrzeugen hinter der Windschutzscheibe gut sichtbar ein Hinweis über die Videoaufnahme angebracht.

Stadtpolizei untersagt illegale Nutzung im Landschaftsschutzgebiet

(ffm) Es häufen sich die Beschwerden auf illegale Nutzung des Landschaftsschutzgebietes Sossenheim/Nied, direkt an der Nidda. Von starker Vermüllung, Partys von Jugendlichen, Lärm, unzulässigem Baden in der Nidda und dem Befahren mit Autos in diesem Areal ist die Rede. Grund genug für die Stadtpolizei des Ordnungsamtes, noch genauer hinzuschauen. Bereits in den letzten Wochen wurde dieses Areal in das Beobachtungsspektrum der Stadtpolizei eingebunden. Speziell an den Wochenenden konnten die Beschwerden zumindest teilweise bestätigt werden. Neben einer starken Vermüllung wurden auch Feuerstätten vorgefunden.

Am Wochenende vom 8. und 9. August wurde dieser Bereich durch die Stadtpolizei verstärkt bestreift. Von Freitag bis Sonntag wurden hier zu unterschiedlichen Tageszeiten zwischen 40 und 450 Personen festgestellt. Viele von ihnen badeten an der Nidda-Landzunge im Fluss. Neben einfachen Picknick- und Liegeplätzen waren Pavillons, Tische, Bänke und Sonnenliegen aufgebaut. Insgesamt 16 Fahrzeuge wurden parkend im Landschaftsschutzgebiet vorgefunden und mit Ordnungswidrigkeitenanzeigen belegt.

Die Besucher wurden durch Einzelansprachen und mittels Lautsprecherdurchsagen darauf hingewiesen, dass sie sich in einem Landschaftsschutzgebiet befinden und das Betreten des Gewässers ein ordnungswidriges Verhalten darstellt. Sie wurden ferner dazu aufgefordert, die Uferbereiche und die angrenzenden Wiesen unverzüglich zu verlassen. Dem wurde in allen Fällen nachgekommen.

In Gesprächen mit den Besuchern beschwerten sich viele darüber, dass es vor Ort keine Beschilderung oder Hinweise über die Verbote in der Landschaftsschutzzone gibt. Dies konnte durch die Stadtpolizei bestätigt werden. Wegen der Einsichtigkeit der Besucher wurden auf Ordnungswidrigkeitenanzeigen verzichtet. Vermüllung musste teilweise festgestellt werden, wobei alle Besucher angewiesen wurden, ihren Müll mitzunehmen. Bei einer Kontrolle am Sonntag wurden massive Müllablagerungen festgestellt, die wohl aus der Nacht vom Samstag auf Sonntag stammen.

Sicherheitsdezernent Markus Frank sagt zur Lage an der Nidda: „Bei den hochsommerlichen Temperaturen der letzten Tage ist es selbstverständlich, dass die Menschen Abkühlung suchen. Aber bitte nicht im Landschaftsschutzgebiet. Frankfurt am Main hat schöne Schwimmbäder und auch in Grünanlagen ruhige und schattige Plätze zu bieten. Natürlich freue ich mich, wenn Landschaftsschutzgebiete gut angenommen werden, aber bitte im Rahmen des Zulässigen.“

Das Landschaftsschutzgebiet am Strandbad Höchst ist ein Schutzgebiet der Zone II. Hier sind bis auf das Nutzen der Wege zu Fuß oder mit dem Rad oder das Verweilen auf Bänken nahezu alle Aktivtäten unzulässig. Weder offenes Feuer noch Lärm, das Befahren mit Kraftfahrzeugen oder das Baden im Fluss darf hier stattfinden. Vermüllung ist hier, wie überall im Stadtbiet auch, ebenfalls nicht statthaft.

Eintracht Frankfurt und Stadt Frankfurt unterzeichnen langfristigen Mietvertrag

(ffm) Die Stadt Frankfurt und die Eintracht Frankfurt Fußball haben am Dienstag, 30. Juni, ihre Unterschriften unter einen gewerblichen Mietvertrag zur Nutzung des Stadions und des dazugehörenden Areals gesetzt. Dieser normiert, worauf sich beide Seiten bereits Ende des letzten Jahres bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung verständigt hatten. Dem Vertragswerk haben sowohl der Aufsichtsrat der Sport Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen (kurz: SSF) – einer 100%igen Tochter der Stadt Frankfurt am Main – als auch der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball einstimmig zugestimmt. Dem Abschluss des Vertrages gingen intensive Verhandlungsrunden zwischen Vertretern der Stadt und Eintracht Frankfurt voraus.

Ab Mittwoch, 1. Juli, wird Eintracht Frankfurt damit für die Dauer der nächsten 15 Jahre Hauptmieter der Arena, die zukünftig den Namen „Deutsche Bank Park“ trägt und die bis zum Beginn der Saison 2023/24 auf eine Gesamtkapazität von rund 60.000 Plätzen ausgebaut wird.

„Die harten, aber immer konstruktiven Verhandlungen mit der Stadt sind natürlich durch die pandemischen Entwicklungen der letzten Monate beeinflusst worden. Wir haben jetzt eine für beide Seiten tragfähige Lösung gefunden, die den komplexen Auswirkungen einer solchen Ausnahmekrise jetzt und für die Zukunft Rechnung trägt“, sagt Vorstandsmitglied Axel Hellmann. „Für Eintracht Frankfurt ist die Einigung mit der Stadt ein essentieller Baustein für eine weitere eigenständige Entwicklungs- und Handlungsfähigkeit.“

„In wirklich intensiven Gesprächen ist es gelungen, ein gutes Fundament für die künftige Zusammenarbeit der städtischen Sportpark Stadion GmbH mit Eintracht Frankfurt zu schaffen. Gerade der vertrauensvolle Umgang in den – natürlich auch durch die Krise geprägten – vergangenen Monaten lässt uns positiv in die Zukunft blicken und gibt uns Planungssicherheit für die nächsten 15 Jahre“, sagt Stadtrat Markus Frank, der als Aufsichtsratsvorsitzender die Verhandlungen maßgeblich geführt hat. Er dankt auch Stadtrat Claus Möbius und dem Stadtverordneten Jan Klingelhöfer, durch deren verlässliches Mitwirken in der städtischen Verhandlungskommission, dieses Ergebnis erreicht werden konnte.

Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker ergänzt: „Das Stadion der Stadt Frankfurt ist für viele Frankfurterinnen und Frankfurter wie ein zweites Wohnzimmer und ein Ort großer Emotionen. Mit der Vertragsunterzeichnung fällt der Startschuss für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und Zukunft. Fußballfans, aber auch Konzertbesucherinnen und -besucher werden hier hoffentlich sehr bald schon wieder gemeinsam jubeln und feiern können.“

Umgesetzt wird der Vertrag durch die eigens gegründete Eintracht Frankfurt Stadion, eine Tochtergesellschaft der Eintracht Frankfurt Fußball, deren Geschäftsführer Julien Zamberk und Patrik Meyer ab 1. Juli das Stadion gemeinsam mit der städtischen Besitzgesellschaft nutzen werden.

Stadtauswärtige Vollsperrung der A648

(ffm) Wegen dringenden Bauarbeiten durch Hessen Mobil muss die Brücke auf der A648 in Höhe Katharinenkreisel, in Fahrtrichtung Wiesbaden am Samstag, 4. Juli, von 6 Uhr bis 10 Uhr voll gesperrt werden. Hessen Mobil leitet den Verkehr über Theodor-Heuss-Allee, den unter der Brücke liegenden Katharinenkreisel und hinter der Brücke auf die A648, um.

Weitere aktuelle Verkehrsinformationen finden sich unter http://www.mainziel.de im Internet.

FES gibt Mehrwertsteuersenkung an Kunden weiter

(ffm) Die FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH gibt die ab Mittwoch, 1. Juli, geltende Mehrwertsteuersenkung an ihre Kunden weiter. Das bedeutet, dass an allen Kassen – etwa am Wertstoffhof Nord, im FES-Service-Center oder bei der Rhein-Main-Biokompostanlage – die steuerpflichtigen Waren und Dienstleistungen bis zum Jahresende 2020 günstiger werden.

Ein Sack mit 40 Litern Reterra-Pflanzerde beispielsweise kostet dann statt bisher 6,99 Euro nur noch 6,81 Euro, für einen Kofferraum mit Bauschutt-Abfällen werden statt 35 Euro nur noch 33,95 Euro in Rechnung gestellt.

Ausgenommen von der Mehrwertsteuersenkung sind der Pfandbetrag von 3 Euro für den Mainbecher sowie der Preis in Höhe von 2 Euro für dessen Deckel.

Die Gebühren für Straßenreinigung und Abfallentsorgung werden durch die Stadt Frankfurt festgelegt. Hierauf hat FES keinen Einfluss. Dies gilt auch für die gebührenpflichtigen Abfallsäcke für Beimengen in Höhe von 3 Euro.

Da die Anpassung der Mehrwertsteuer nur für einen befristeten Zeitraum gilt, werden gedruckte Preislisten aus Kostengründen nicht aktualisiert. An den Kassen werden jedoch ab Juli die Preise mit 16 Prozent Mehrwertsteuer ausgewiesen und abgerechnet.